Verfluchte Dämonen, hätte ich doch nur genug Kraft, um euch entgegen zu treten!
Meine Therpeutin sagte, sie würde sonst nie einem Patienten raten, "weg zulaufen", doch in diesem Fall wäre es besser, ersteinmal hier wegzuziehen. Weit weg. Weit genug, damit ich keine Panikattacke bekomme, wenn ich im Rückspiegel einen Wagen sehe, der auch der meines Erzeugers sein könnte. Natürlich müssten wir dafür selbst in die Tasche greifen. Das Gesicht des Sachbearbeiters würde ich gerne sehen, wenn er einen Antrag auf Kostenübernahme für einen Umzug, um die Genesung zu fördern, auf seinem Tisch findet.
Männe sagt zwar mittlerweile, er würde umziehen, wenn er eine Stelle bekäm, aber bisher hat er nicht eine Bewerbung verschickt, obwohl er genug Adressen hat. *sigh*
Es lief grad mit dem Zeichnen halbwegs, mit meinem Buch ging es auch gut voran und es hält keine zwei Wochen an. Zum Kotzen. Da will man seine Mutter anrufen, um sich etwas Luft zu verschaffen, aber die hat am Telefon nur Ohren für ihr Enkelkind. Gut, sie will am nächsten Tag wieder anrufen und sich dann Zeit nehmen, aber was ist? Kein Anruf. Sie zieht sogar den Stecker (eigentlich hat ich ihr gezeigt, wie man das Telefon lautlos stellt, aber sie hatte Angst, sie würde später nicht dran denken, es wieder einzuschalten, so vergisst sie halt den Stecker wieder reinzutecken x__x )
Am schlimmsten ist für mich gar nicht die erdrückende Müdigkeit, oder die Antriebslosigkeit, sondern das Männe sich wieder so viele Sorgen um mich macht. Als mein Handy leer war und er mich in der Mittagspause nicht erreicht hat, ging er wieder vom Schlimmsten aus.
Als ich dann doch fünf Minuten die volle Aufmerksamkeit meiner Mutter hatte, kam von ihr nur der Rat: "Ach dann freu dich doch eben über deine Pflanzen, die du noch nicht tot bekommen hast." *facepalm* Danke, das hilft natürlich ungemein. Nein, sie nimmt es wirklich nicht ernst, ihrer Meinung nach ist Depression keine ernst zunehmende Krankheit, sondern ein Freifahrtsschein für Sonderbehandlungen, Mitleid und eine extra Portion Aufmerksamkeit.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es jemanden interessiert: Ja, die Pflanzen leben tatsächlich noch und es gab sogar zuwachs.
Unsere sauren Erdbeeren
Bald können wir die ersten Tomaten pflücken
Und meine neuen Pflänzchen, Sempervivum (zählt wohl zu den Studentenpflanzen, weil sie wenig Wasser brauchen *g*)
Bei dem Strum wurde der Topf von der Fensterbank geweht, die abgebrochenen Teile hab ich nun in halbe Kokosschalen gepflanzt.
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